Geschichte unserer Loge "Mozart zur Liebe und zur Pflicht"  

Die Johannisloge „ Mozart zur Liebe und zur Pflicht“ wurde in Breslau, der Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien,  am 16. Juni 1923 erstmals gegründet.  

Wie in nahezu allen Freimaurerlogen Deutschlands verloschen während der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland auch die Lichter der Loge „Mozart“ im Jahre 1933, da die Brüder andernfalls um ihr Leben und ihre Freiheit hätten fürchten müssen.  

Schlesien war nach dem Ende  des 2. Weltkrieges mehrheitlich nicht länger deutsch. Ein kleiner Teil wurde in die damalige sowjetische Besatzungszone integriert, die spätere DDR, der größere Rest wurde polnisch. 

Einige Freimaurerbrüder – zum Teil aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten - fanden nach dem Krieg im Raume Wiesbaden eine neue Heimat und im Jahre 1949 auch eine neue „freimaurerische Heimat“. Sie waren zunächst Gäste der Loge „Plato zur beständigen Einigkeit“ in Wiesbaden. Dann gründeten sie am 16. Dezember 1951 in Wiesbaden erneut die ehemalige Johannisloge „Mozart zur Liebe und zur Pflicht“ als selbständige Loge. 

Unter den Gründern der neuen Loge in Wiesbaden befand sich auch ein Bruder der früheren Breslauer Loge. So lebte also der Name der Breslauer Loge „Mozart zur Liebe und zur Pflicht“ wieder auf. 

Die Worte aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“  „…..und ist ein Mensch gefallen, führt Liebe ihn zur Pflicht….“ sind uns in gleicher Weise wie den Brüdern seinerzeit in Breslau eine große Verpflichtung für den Umgang miteinander und mit anderen Menschen. 

Diskretion! - Keine Geheimniskrämerei

Wir sind eine diskrete Loge.

Man wird uns, die Loge „Mozart zur Liebe und zur Pflicht im Orient Wiesbaden nicht in den Zeitungen finden, und wir werden keine öffentliche Werbung machen. Deshalb sind wir aber weder besser als andere Logen, noch haben wir etwas zu verbergen, was andere Logen nicht hätten, oder gar größere Geheimnisse als andere. Nichts von alledem wäre wahr.

Es ist nur im vielfältigen, breiten Spektrum der Freimaurerei in Deutschland unser Entschluss und unsere Eigenart, dass wir eine diskrete Loge sind.

Wer Freimaurer werden will, wer also in der Anwartschaft steht, in eine Loge aufgenommen zu werden, wird in der Freimaurerei traditionell als „Suchender bezeichnet. Warum?

Weil wir niemanden suchen (er müsste ja dann Gesuchte heißen). Vielmehr lassen wir uns suchen – und lassen uns auch finden, wenn man denn nur ein beharrlich suchender Mann ist. Wir werben nicht – vielmehr lassen wir uns umwerben von guten, ehrlichen, aufrechten Männern ungeachtet ihrer Weltanschauung, ihres Bekenntnisses, ihres Vermögens, ihres Alters und ihrer formalen Bildung. Und manchmal geben wir der Werbung dann gerne nach, weil wir den Suchenden zu den Unseren zählen und mit ihm in brüderlicher Achtung und Zuneigung treu verbunden bleiben wollen.

Diskretion – was heißt das?

Freimaurerei ist eine weltumspannende Initiationsgemeinschaft. Sie vereint Menschen aller sozialen Schichten und Bildungsgrade und dient dem Training einer geistigen und ethischen Formung ihrer Mitglieder. Mit Hilfe von Ritualen und Symbolen zur Selbstreflektion versuchen wir, unabhängig von religiöser oder sonstiger weltanschaulicher (auch politischer) Bindung, den freimaurerischen Grundidealen der Freimaurerei näher zu kommen: Humanität, Toleranz, Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit.

Dazu haben sich Freimaurer zur Verschwiegenheit und insbesondere zu dem Grundsatz verpflichtet, freimaurerische Bräuche und Logenangelegenheiten nicht nach außen zu tragen.

In einer Welt, in der praktisch alles an die Öffentlichkeit gebracht werden kann – und allzu oft auch in der Öffentlichkeit breitgetreten wird – bietet die Loge einen geschützten Raum, aus dem nichts herausdringen soll, was einen Bruder persönlich betrifft oder bewegt. Auch der Name eines Bruders soll ungenannt bleiben, sofern er sich nicht ausdrücklich selbst öffentlich dazu bekennt, Freimaurer zu sein. Und auch über unsere Rituale reden wir selbst nicht in der Öffentlichkeit, obwohl die meisten freimaurerischen Rituale ohne großen Aufwand in Bibliotheken oder auch im Internet auffindbar sind. Wer sie wissen will, wird sie finden – wir aber reden mit Uneingeweihten nicht darüber!

Nur wer schweigen kann über diese Dinge, wird auch des unbedingten Vertrauens eines Bruders würdig sein, wenn dieser ihm etwas anvertraut, was ihm in der „profanen Welt zum Nachteil ausgelegt oder sogar schaden könnte. Das hat nichts mit Geheimniskrämerei zu tun oder etwa damit, dass wir etwas zu verbergen hätten. Vielmehr ist diese Art von persönlicher und ritueller Diskretion eine Übung (exercitium) auf Vertrauenswürdigkeit.

Diskretion ist eine Tugend, die immer wieder geübt werden muss – eine Übung auf Vertrauenswürdigkeit hin, und damit eine Übung, sehr unterschiedliche Menschen einander näher zu bringen, die sich sonst ewig fremd geblieben wären.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir werden Ihnen Gelegenheit geben, uns im Rahmen unserer Gästeabende kennenzulernen.

Meister vom Stuhl

Hans-Henning Pohlenz