50 Jahre in Wiesbaden

Die Johannisloge Mozart zur Liebe und zur Pflicht wurde am 16. Juni 1923 in Breslau gegründet. Zur Erinnerung an unseren Gründungsort entzünden wir bis heute bei jeder Tempelarbeit die Breslau-Kerze. Im Jahr der Dunkelheit 1933 waren die Lichter unserer Loge in Breslau verloschen. Das Wort des Freimaurers Mozart in seiner „Zauberflöte" „Und ist ein Mensch gefallen, führt Liebe ihn zur Pflicht" blieb bei den Brüdern aber lebendig, und so sammelten sich mehrere Brüder aus verschiedenen Orienten 1949 in der hessischen Landeshauptstadt und fanden bei der alteingesessenen Bauhütte „Plato zur beständigen Einigkeit" brüderliche Aufnahme.

Am 14.9.1951 richteten 17 Brüder an den ehrwürdigsten Großmeister Theodor Vogel einen Brief mit dem Antrag auf Gründung einer Loge mit dem Namen „Mozart zur Liebe und zur Pflicht". Zugleich stellten sie im Namen einer Reihe von Brüdern der Loge Mozart zur Liebe und zur Pflicht im Orient Breslau den Antrag, als Stiftungsjahr das Jahr der Gründung der Loge „Mozart" im Orient Breslau (16.6.1923) führen zu dürfen. Von den 12 Brüdern Meistern und den 5 Brüdern Lehrlinge können wir Brüder, die wir wenigstens die Hälfte der in Wiesbaden zurückgelegten Zeit überblicken, uns noch dankbar an die Meister Kurt Bona und Erich K. Schalscha sowie die damaligen Lehrlinge Anton Hoigt, Ludwig Kaufmann und Heinz Schwieger erinnern. Jedem einzelnen dieser Brüder müsste hier an dieser Stelle ein besonderes Wort gewidmet sein, denn es waren Brüder, die sich nicht nur um unsere geliebte Bauhütte in vielen Jahren hochverdient gemacht haben, sondern als Oberstudiendirektor, Bundesrichter, Künstler, Musikdirektor und Schriftsteller über die Logen- und Stadtgrenzen hinaus zum Wohle der Allgemeinheit gewirkt haben. Bei der Feier unseres 50. Jubiläums in Wiesbaden gedenken wir in Ehrfurcht und Liebe aller Brüder, die mit uns wirkten, bis sie zu höherer Arbeit in den ewigen Osten abberufen wurden.

Am 16.12 1951 wurde bei Anwesenheit des ehrwürdigsten Großmeisters Theodor Vogel, dem Einiger der deutschen Freimaurer nach dem Zweiten Weltkrieg, soweit die Brüder die Schrecknisse des Nationalsozialismus überlebt hatten, für unsere Loge das maurische Licht neu entzündet. Dies geschah durch die tatkräftige Hilfe der Loge „Zur Einigkeit" im Orient Frankfurt/Main im damals noch provisorischen Tempel dieser Bauhütte. Bruder (Dr.) Theodor Vogel wurde Ehrenmitglied unserer Loge.

Der Meister vom Stuhl, Siegfried Morgen, gab den Brüdern Lehrlingen bei der Lichteinbringung zu bedenken, dass das Licht „Erkenntnis bedeutet, damit wir das Wahre vom Irrtum, das Gute vom Bösen unterscheiden" können. „Immer sei es Euer Ziel, Licht zu erlangen".

Unseren bisherigen Jubiläumsschriften stellten wir ein Wort voran, das hieran anknüpft:

"Seit alters her reichte die Leuchte

Einer dem ändern dar.

So blieb das Licht erhalten

und leuchtet noch heute klar."

Aus dem Drama Lai-Shing-Tai. 14 Jahrhundert

Der Meister vom Stuhl, Siegfried Morgen, und sein Zugeordneter, Lothar Hockenjos, dankten nach der Lichteinbringung „allen aus übervollem Herzen mit dem Gelöbnis, dass unsere Johannisloge Mozart zur Liebe und zur Pflicht mit ihren Brüdern stets ein festes Glied in der Weltbruderkette sein soll. Dazu gebe uns der Allmächtige Baumeister aller Welten Kraft und seinen Segen!" Diese Worte hallen bis heute nach und sind uns auch weiterhin Verpflichtung.

Von dem Bemühen aller Brüder und dem geistigen Leben in unserer geliebten Bauhütte können die Protokolle und die aufgelegten Zeichnungen (Vorträge) der letzten 50 Jahre Kenntnis geben. In unserer heute vorgelegten kleinen Schrift lassen wir als Beispiele zwei aufgelegte Zeichnungen folgen und zwar eine anlässlich unseres heutigen Jubiläums und eine von diesem Jahr, die auf unsere reiche maurische Symbolwelt verweist. Zur Jubiläumsgrafik.

Wiesbaden, 08 Dezember 2001

Günther Lörke, MvSt.:          Reinhard Hahne, zug. MvSt.:

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